24.04.2012

Bevor Sie sich ärgern


Wir neigen dazu, alle Dinge aus unserer ganz eigenen Perspektive zu sehen, eben so, wie wir es gewohnt sind. Dabei suchen wir oft instinktiv die Schuld bei anderen, fühlen uns angegriffen, ärgern uns über dieses und jenen. Dabei sehen wir die Dinge oft gar nicht so, wie sie ursprünglich sind, nämlich ganz einfach neutral, sondern wir nehmen sie so wahr, wie wir (in dem Augenblick) selber sind. Unsere Betrachtungsweise gibt den Dingen erst ihre Bedeutung.

Einfach erklärt: Feuer ist einfach nur Feuer. Es kann uns wärmen, es macht die Umgebung heller, es kann aber auch äußerst zerstörerisch sein. Und ein gesprochener Satz ist zunächst nichts weiter als eine Aneinanderkettung von Wörtern. Je nachdem, wie wir innerlich gestimmt sind, wie wir diese Wörter interpretieren, wie wir sie aufnehmen, entscheidet darüber, ob wir sie als positiv oder negativ einstufen.

Wenn wir es schaffen, innerlich einen Schritt zurück zu gehen, Abstand zu nehmen und die Dinge und Wörter neutral zu betrachten bevor wir reagieren, bevor wir sie bewerten, haben wir die Möglichkeit, etwas zu verändern. Wenn wir innerlich ruhig sein können, müssen wir uns nicht immer gleich ärgern oder angegriffen fühlen. Setzen Sie eine Zäsur zwischen wahrnehmen und reagieren und erinnern Sie sich daran: alles ist zunächst neutral. Sie selbst entscheiden, wie Sie etwas bewerten, wie Sie reagieren und ob Sie sich ärgern. So gesehen liegt die Schuld nie bei anderen.

Ich wünschen Ihnen einen freudigen Tag, an dem Sie andere mit Ihrer Freude anstecken.
Herzlichst,
Ihre Elke v. Spiczak,
Ihr Coach für mehr Lebensfreude


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© Reinhold Föger - Fotolia.com

Kommentare:

  1. Ich stimme Dir zu, Schuldzuweisung ist im Grunde immer schon eine sehr persönliche Art im Umgang mit Menschen, Informationen und Kommunikation. Der Hamburger Psychologe Friedemann Schulz von Thun hat unsere Kommunikation auf eindrucksvolle Weise auf das "4-Ohren-Modell" zusammengefasst. Neutrale Informationen werden dabei stets durch verschiedene Ebenen der Wahrnehmung gefärbt: Appell-, Beziehungs-, Selbstoffenbarungs- und natürlich die Sachebene.
    Es ist als Empfänger von Informationen nicht einfach, diese instinktiv so zu filtern, dass man sie nicht "anders" aufnimmt, als der Sender sie gesendet hat, weil man ständig zwischen diesen Ebenen wandert. Es ist dabei durchaus wichtig, welchen Stellenwert die Kommunikation oder der Infoaustausch zwischen den Menschen hat, die kommunizieren oder interagieren. Darüber hinaus kommt es ebenso auf die "Tagesform", Situation und beziehung an: welche grundlegende Gemütsverfassung bei Sender/Empfänger ist vorherrschend? Welche Informationen sind schon geflossen? Welche Beziehung haben Sender/Empfänger? Welche Färbung des stimmlichen Tons drängen (un)bewußt auf welche Ebene des Emfangens? Deine angestrebte Neutralität in der Kommunikation und im Umgang miteinander ist zwar das generelle Optimum, doch ein bißchen "Ärgern" in Maßen kann auch ein befreiendes Ventil sein, um wieder gelassener an Dinge ranzugehen, weil angestaute Fehlinformationen losgelassen werden.
    Schlecht ist es dabei nur, in der Vergangenheit zu leben und "alte Kamellen" immer wieder zum aktuellen Thema zu machen und diese erneut zu durchleben.

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    1. Vieln Dank für diesen wertvollen Beitrag! Ich stimme Dir absolut zu, dass ein bißchen Ärger nichts Falsches oder Schlimmes ist, ich denke auch, dass es niemand schafft, sich wirklich niemals zu ärgern. Aber ich appeliere stets an die allerhöchsten Ziele, da ein hohes Ziel zum Wachstum anregt. Läge dein Ziel auf gleicher Ebene mit deinem Ist-Zustand, würdest du nicht wachsen. So gesehen soll mein Beitrag anregen, darüber nachzudenken und sich seiner Reaktionen bewusster zu werden, um in der Persönlichkeit wachsen zu können. - Übrigens ärgere ich mich selbst auch immer wieder einmal ;)Aber es kommt eben auch darauf an, in welcher Form man seinem Ärger dann Luft macht ...

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